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Fischereirecht (FAQ)


1. Besteht auch bei massiv bis zum Wasser eingezäunten Weideflächen an der Lippe ein Betretungsrecht?

- Ja! Allerdings ist die Durchsetzung eines solchen Betretungsrechtes nicht immer einfach und führt auch regelmäßig zu Streitigkeiten oder verbalen Auseinandersetzungen. Ausgeschlossen vom Uferbetretungsrecht zur Ausübung der Angelfischerei nach § 20 Abs. 1 LFischG sind nur „zum unmittelbaren Haus-, Wohn- und Hofbereich gehörende Grundstücksteile". Wichtig ist aber auch, dass durch die Ausübung des Betretungsrechtes keine Zäune o. ä. beschädigt werden dürfen, da hierfür der Verursacher haftbar ist. Außerdem gilt das Uferbetretungsrecht auch nur insoweit, als unzumutbare Umwege vermieden werden sollen. Kann beispielsweise das Gewässerufer über einen (Wirtschafts-) Weg in zumutbarer Entfernung erreicht werden, darf man nicht einfach eine Weide oder einen Acker zur Abkürzung überqueren. Was zumutbar und unzumutbar heißt, wird von jedem anders bewertet und ist sicher auch abhängig von der persönlichen Konstitution.


 2. Wie kann das Betretungsrecht durchgesetzt/eingefordert werden?

- In der Regel sind die Fischereirechte an einem Grundstück in einer Fischereigenossenschaft organisiert. Schließt die Fischereigenossenschaft einen Pachtvertrag (z. B. mit einem Angelverein) ab, so wird vorausgesetzt, dass der Grundstückseigentümer auch das Betretungsrecht erteilt hat.Die einfachste Möglichkeit zur Durchsetzung besteht sicherlich darin, den Grundstückseigentümer oder Pächter direkt anzusprechen und auf das bestehende Betretungsrecht hinzuweisen. Oft ist das aber schon al-lein deshalb nicht möglich, weil man den Eigentümer oder Pächter nicht ermitteln kann. In solchen Fällen sollten Sie sich an die zuständige Untere Fischereibehörde oder den Fischereiverband (LFV-Gewässer) wenden. Die Unteren Fischereibehörden sind in Streitfällen verpflichtet, eine gütliche Einigung zwischen den beteiligten Parteien (Fischereiberechtigte, Fischereiausübungsberechtigte, Grundstückseigentümer, Grundstückspächter) herbeizuführen.


 3. Wird der Verband bei wasserrechtlichen Verfahren, insbesondere bei Verfahren zur Herstellung der Durchgängigkeit beteiligt?

- Eine Pflicht zur Beteiligung des Verbandes an wasserrechtlichen Verfahren seitens der Behörde besteht nicht. In den letzten Jahren hat der Verband aber durch sein Fachwissen zu vielen Wasserbehörden gute Kontakte aufgebaut, so dass eine Beteiligung bei Verfahren zur Herstellung der Durchgängigkeit in vielen Fällen auf freiwilliger Basis erfolgt. Trotzdem bemüht sich der Verband beim Umweltministerium, die Pflicht zur Beteiligung an wasserrechtlichen Verfahren zu erwirken.


 4. Soll ich den Verband informieren, wenn in der örtlichen Presse von Baumaßnahmen in und an Gewässern berichtet wird?

- Wenn Baumaßnahmen oder andere Tätigkeiten an den Gewässern Thema in der Presse sind, ist es ratsam, den Verband zu informieren, damit eine Anfrage bei den Behörden und eine anschließende fischereifachliche Begleitung der Baumaßnahmen erfolgen kann. Denn auch wenn der Verband nicht unmittelbar an den Verfahren beteiligt wird, finden konstruktive Vorschläge und fachliche Bedenken bei den Behörden in der Regel Beachtung. Oft wird der Verband dann bei einem folgenden Verfahren von Beginn an beteiligt.


 5. Wie können wir als Verein bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie helfen?

- Auch Angelvereine können Träger von Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sein. Kleinere ökologische Verbesserungen an den Gewässern wie das Einbringen von Totholz oder die Anlage einer Kiesbank können die Gewässerentwicklung und die Fischfauna positiv beeinflussen. Falls Sie Fragen und Ideen zu Maßnahmen an Ihren Gewässern haben, können Sie sich gerne mit Dr. Olaf Niepagenkemper in Verbindung setzen. Er ist Beauftragter des Fischereiverbandes NRW e. V. für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.


 6. Kann mein Verein ein Schnupperangeln für Kinder/Jugendliche veranstalten, die keinen (Jugend-)Fischereischein haben?

- Das ist abhängig vom Alter der Kinder/Jugendlichen, die teilnehmen wollen. Kinder unter zehn Jahren können bei einem erwachsenen Fischereischeininhaber mitangeln. Allerdings muss der Erwachsene alle tierschutzrelevanten Vorgänge wie Abhaken und Töten des Fisches übernehmen. Ab 10 Jahren müssen Kinder/Jugendliche vor der Veranstaltung einen Jugendfischereischein lösen. Ab 16 Jahren ist das Angeln nur mit einem gültigen Fischereischein erlaubt. Zu diesem Thema gibt es auch eine Planungshilfe.


 7. Darf ich meine Kinder mitangeln lassen?

- Für Kinder bis zum 10. Geburtstag gibt es die Möglichkeit, bei einem erwachsenen Fischereischeininhaber „mitzuangeln". Nur beim Abhaken, Betäuben und Töten sollten die Erwachsenen einschreiten, damit der Fisch nicht unnötig leiden muss. Die Kinder dürfen dann in Begleitung auch mit der eigenen Angel fischen, aber im Erlaubnisscheinumfang des Erlaubnisscheininhabers. Ist also das Angeln mit drei Angelruten erlaubt und das Kind hält eine davon, dann darf der Inhaber des Erlaubnisscheins nur noch mit 2 Angelruten fischen. Sind die Kinder älter als 10 Jahre, müssen sie vor dem Angeln einen Jugendfischereischein bei der Stadt oder Gemeinde lösen. Ab 16 Jahren ist ein gültiger Fischereischein Pflicht.