Rohde, A., Palm, H.W. (2011)

Fischparasiten thermisch belasteter und unbelasteter Bereiche der Lippe (NRW) und ihrer angrenzenden Nebengewässer, 56 S.

Von August 2008 bis September 2011 wurde in einer Kooperation zwischen der Universität Düsseldorf und dem LFV ein Projekt durchgeführt, welches den Einfluss der Wärmebelastung der Lippe auf das Gewässer und somit auch auf die Parasitierung der Fische erfassen sollte. Die Parasitenfauna eines Gewässers gibt nicht nur dessen momentanen Zustand wieder, sondern stellt einen Zusammenhang zwischen dem Nahrungsnetz der Fische und den umgebenden natürlichen und menschlich beeinflussten Faktoren her. Es wurden vier Probestellen im Hauptstrom der Lippe untersucht (Lippstadt bis Lünen). Die Probenahme umfasste unbelastete als auch thermisch hoch belastete Bereiche des Flusses. Des Weiteren wurden zwei kleine Nebengewässer (Deichseitengraben, Quabbe) untersucht.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass an den belasteten Standorten weniger Parasiten (-arten) auftraten als an den natürlichen. Dabei müssen die unterschiedlichen Parasitengruppen jedoch einzeln betrachtet werden. Der Augenwurm (Tylodelphys clavata) wurde beispielsweise durch die erhöhte Wassertemperatur begünstigt. Andere Parasitenarten, wie beispielsweise die Bandwürmer oder einzellige Kiemenparasiten (Ciliophora) wurden negativ beeinflusst und traten an belasteten Standorten gar nicht oder sehr selten auf. Generell lässt sich bestätigen, dass eine geringe Artenvielfalt von Fischparasiten auf eine Belastung im Gewässer hinweisen kann. Grundsätzlich zeigt eine hohe Diversität (Artenvielfalt) von Parasiten ein gesundes Ökosystem an.

Ein ausführlicher Bericht über das Projekt „Fischparasiten thermisch belasteter und unbelasteter Bereiche der Lippe (NRW) und ihrer angrenzenden Nebengewässer“ ist aktuell als Band VII in der Schriftenreihe des LFV erschienen und kann über die Geschäftsstelle bezogen werden.