Kamberkrebs (Orconectes limosus)

Wiederansiedlung des Edelkrebses (Astacus astacus) in Ostwestfalen-Lippe

Unter den Flusskrebsarten Europas nahm der Edelkrebs, auch Europäischer Flusskrebs genannt, früher aufgrund seiner Größe, des häufigen Vorkommens und der fischereilichen Bedeutung eine herausragende Stellung ein. Die unermesslichen Edelkrebsbestände vergangener Jahrhunderte verschwanden aber nach und nach durch Gewässerverschmutzungen, Ausbaumaßnahmen und die Einschleppung der Krebspest, einer tödlichen Seuche. Verantwortlich für die Krebspest ist der Pilz Aphanomyces astaci.

Heute sind die wenigen noch existierenden Reliktvorkommen dieses Süßwasserkrebses in höchstem Maße gefährdet, vor allem auch durch die fortschreitende Verbreitung des Kamberkrebses und weiterer amerikanischer Flusskrebsarten, die Überträger des Krebspesterregers sind.

Edelkrebs (Astacus astacus)

Um den Edelkrebs vor dem Aussterben zu bewahren, ist neben einem nachhaltigen Schutz bestehender Populationen die Ansiedlung neuer Vorkommen in ausgewählten Gewässern notwendig, um die Bestandssituation zu verbessern. Damit diese Bemühungen langfristig erfolgreich sind, muss die weitere Verbreitung der fremden Flusskrebsarten durch den Menschen verhindert werden.

In Westfalen und Lippe wird mit dem Artenschutzprojekt Edelkrebs, einer mehrjährigen Maßnahme des Landesfischereiverbandes, die aus Mitteln der Fischereiabgabe gefördert wird, ein Beitrag zum Überleben der Art geleistet.

Projektschwerpunkte sind die systematische Erfassung geeigneter Ansiedlungsgewässer, die eigene Aufzucht der Besatzkrebse, der Aufbau neuer Edelkrebspopulationen in Kooperation mit den Fischereirechtsinhabern und die fortlaufende Kartierung der der Flusskrebsvorkommen im Verbandsgebiet.

Besondere Bedeutung hat die Information der Öffentlichkeit über die Bedrohung des Edelkrebses durch amerikanische Krebsarten und die Krebspest.

So bieten u.a. Fachberatungen vor Ort, Flusskrebs-Seminare und eine Broschüre Gelegenheit, sich über einen verantwortungsvollen Umgang mit den Flusskrebsen unserer Gewässer zu unterrichten.


Die Broschüre

Flusskrebse in Nordrhein-Westfalen
Eine Information für Angler, Fischzüchter und Teichwirte

können Sie direkt bei der Geschäftsstelle des Landesfischereiverbandes beziehen.