Was ist PFT?
PFT ist die Abkürzung für Perflorierte Tenside. PFT`s sind organische oberflächenaktive Verbindungen, die keinen natürlichen Ursprung haben, sondern industriell hergestellt werden.
Wozu wird PFT genutzt?
Durch die extrem hohe thermische und chemische Stabilität werden PFT`s in einer Vielzahl von Produkten verwendet. In der Textilindustrie werden sie zur Herstellung atmungsaktiver Jacken (Gore Tex), in der Papierindustrie zur Produktion schmutz-, fett- und wasserabweisender Papiere eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete finden PFT`s in der Fotoindustrie, bei der Herstellung von Feuerlöschmitteln, Kochtöpfen und Pfannen (Teflon) und in der Verchromung.
Wie gefährlich ist PFT
Perflorierte Tenside wirken auf Mensch und Tier stark toxisch. Bereits geringste Konzentrationen von wenigen Milliardstel Gramm sind für den Menschen gefährlich. PFT reichert sich im Körper an und wird nur sehr langsam abgebaut bzw. ausgeschieden. In der Natur werden PFT`s so gut wie gar nicht abgebaut und gelten somit als langlebige organische Schadstoffe, die zusätzlich als fortpflanzungsgefährdend und krebserregend eingeschätzt werden.
PFT und Fischverzehr
Das MUNLV (Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) des Landes Nordrhein-Westfalen hat auf der Grundlage von Untersuchungsergebnissen zur Belastung von Fischen mit PFT eine Verzehrsempfehlung für die Ruhr und die Möhne herausgegeben (siehe Tabelle).
| Gewässer |
Empfohlener maximaler Fischverzehr (300 g je Mahlzeit) |
| Möhne oberhalb Möhnesee |
1 x pro Monat |
| Möhnesee und Möhne unterhalb Möhnesee |
3 x pro Monat |
| Untere Ruhr / Baldeneysee |
6 x pro Monat |
| Bereich der Ruhrmündung |
10 x pro Monat |
Den Download der PFT-Studie von Dr. Bernd Stemmer finden Sie hier: >> pdf_in_stichworten.pdf
Bericht zur Studie von PFT-Konzentrationen im Blut von Anglern am Möhnesee
Am 13.08.2009 wurde eine überarbeitete Studie der Abteilung für Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin der Ruhr-Universität Bochum zu Konzentrationen von PFT im Blut von Anglern am Möhnesee abgeschlossen.
Schwerpunkt der Untersuchungen ist die Beantwortung der Frage nach der Konzentration von PFT im Blut und dem Zusammenhang mit dem Fischverzehr von Anglern
Die bei den untersuchten AnglerInnen gemessenen PFT-Konzentrationen sind deutlich erhöht. Ca. 50 % der untersuchten Personen weisen Konzentrationen oberhalb des Referenzwertes der Human-Biomonitoring Kommission (HBM) des Umweltbundesamtes für PFT (Männer: 25 μg/l, Frauen: 20 μg/l) auf. Bei Personen ohne Fischkonsum liegen alle PFT-Konzentrationen unterhalb der Referenzwerte der HBM-Kommission des Umweltbundesamtes.
Nach dem aktuellen Stand des Wissens zur Wirkung von PFT kann aus den gemessenen Konzentrationen keine akute Gesundheitsgefährdung abgeleitet werden. Die Frage, inwieweit mit einer erhöhten inneren Belastung gegenüber perfluorierten Verbindungen langfristige gesundheitliche Risiken verbunden sind, lässt sich derzeit nicht abschließend beantworten. Es stehen derzeit auch keine umweltmedizinisch-toxikologisch abgeleiteten Human-Biomonitoring-Werte zur Verfügung. Allen AnglerInnen, deren Blutkonzentrationen die Referenzwerte der HBM-Kommission des Umweltbundesamtes überschreiten, wurde eine individuelle umweltmedizinische Beratung angeboten.
Den ausführlichen Bericht finden Sie unter dem Link http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf/angler_lang.pdf.
